Quincy (17 November 2007 - 9 September 2013)

Nur wer vergessen wird, ist tot. Du wirst leben.

Ich weiss noch als ob es gestern gewesen wäre, als Marius und ich bei Barbara vorbeischauten, weil wir Meerschweinchen wollten. Ich verliebte mich sofort in Ikebana - Deine Ziehtochter, mit der Du damals zusammengesessen bist. Dass wir Dich auch haben dürfen, hatte ich dort erst gar nicht gewusst, da Barbara immer sehr liebevoll von Dir sprach und man spürte wie sehr sie Dich mag. Schon bald war aber klar, dass Du auch ein Plätzchen suchst und in dem Moment war auch klar, dass Du zusammen mit Ikebana bei uns einen Lebensplatz erhalten sollst.

Gemeinsam mit Ikebana und Cresta bist Du dann am 9.6.09 bei uns eingezogen. Ein Schildkrötli in Meerschweingestalt warst Du. Bist immer ganz langsam im Schildkrötengang rumspaziert. Hast es genossen ein Mittagsschläfli zu halten:

Quincy in der Hängematte

Als Chef der ganzen Bande - Cresta kriegte 1 Monat nach Einzug drei Babies - hast Du stets ruhig und fürsorglich für alle geschaut. Du warst der Chef und alle haben das akzeptiert. Du warst auch ein sehr stattlicher Kerl mit fast 1500gr. Von den 3 Babies war eines ein Bübchen. Du hast Tango unter Deine Fittiche genommen und ihm gezeigt, dass man liebevoll miteinander leben kann. Nur selten hast Du ihn im Gehege rumgehetzt, wenn er mal wieder Flausen im Kopf hatte und Dir den Rang streitig machen wollte. Es war Dir auch egal, wenn er die Mädels bestiegen hat. Du hattest mehr Interesse an Futter als an Sex

Quincy am Fressen

Im November 2011 hattest Du dann eine ganz schlimme Abszessgeschichte, bei der wir wohl nie rausfinden werden, wer oder was Dich so angegriffen und verletzt hat. Die Tierärztin glaubte nicht, dass Du wieder gesund wirst, dennoch haben wir alles versucht um Dir zu helfen. Auch die Tierärztin hat alles gegeben und Du hast gekämpft wie kein anderer. Du wolltest Leben, das spürte man ganz deutlich. Und Du hast es geschafft. Die ganze Abszessgeschichte hast Du überstanden und konntest nochmal so richtig aus dem vollen schöpfen. Auch wenn Du zu der Zeit Deine Chefposition an Tango abgeben musstest. Es war nur ein kurzer Moment, in dem es zu Streitereien kam, Du gabst nach und wurdest weiter respektiert und nicht von der Gruppe ausgeschlossen. Wen Tango kam, bist Du zwar verschwunden, aber die Mädels haben immer wieder auch Deine Nähe gesucht.

Die Gänge ins Gras hast Du geliebt

Quincy im Grass

Vorallem nach der Abszessgeschichte warst Du wann immer möglich draussen im Aussengehege und sobald ich das Grasgehege öffnete warst Du einer der ersten die sich im Gras tummelte.

Deinen Silberbauch hast Du uns aber nur selten gezeigt. Meist wenn Du als Bettelkönig im Innenhaus unbedingt noch ein Pellet oder ein Guti wolltest. Dabei hattest Du so einen schönen Bauch! TüV war ja immer sowas doofes. Hast es immer brav über Dich ergehen lassen. Wusstest Du doch ganz genau, dass es nachher Gutelis gibt. Du warst eh das einzige Schweinchen hier, das man streicheln durfte. Im Gehege sowieso, solange man Dich nicht rausnehmen wollte.

Quincy Bauch Quincy bei Nala im TÜV

Am letzten Samstag beim TüV warst Du wieder leichter. Seit der Zahngeschichte, hast Du immer wieder mal bisschen abgegeben, aber auch weiter gekämpft, dass nach der Zahnkorrektur jeweils gleich wieder mit Fressen begonnen hast. So langsam hatten wir aber das Gefühl, dass Du müde bist. Ein alter Mann bist Du geworden. Und gestern morgen war noch alles gut, als ich am Abend aus der Schule kam, sagte Marius aber, dass es Dir nicht gut geht. Er hatte Dich bereits wieder in der Transportbox, in der Du die letzten Wochen jeden Tag reingekommen bist um Extraleckerli zu erhalten. Wir besuchten Dich und auch ich sah wie schlecht Du ausgesehen hast. Die Augen tief eingefallen und die Augenränder krustig. Du hast zum Teil aus dem Mund gesabbert und Deine Haltung war gekrümmt und so richtig krank.

Wir haben Rotz und Wasser geweint, waren unsicher, ob wir die Nacht abwarten sollen, oder ob wir gleich den Tierarzt anrufen sollten. Wir sind mit Euch allen nochmals ins Gras gegangen. Ich dachte mir, dass Du Dich an Grasduft erinnern sollst, wenn wir Dich wirklich gehen lassen müssen. Du bist sofort rausgekommen, hast alles beschnüffelt, aber nicht mal mehr ein Grashälmli hast Du gefressen. Da war mir klar es ist Zeit, Dich gehen zu lassen. Wir konnten gleich zum Tierarzt fahren und Frau Bitterli, die Dich sonst auch immmer behandelt hat, war dort. Sie war unserer Meinung, dass Du ganz schlecht aussiehst und wir wirklich nichts sinnvolles mehr tun können, ausser Dich gehen lassen. Du machtest einfach nicht mehr den Eindruck, dass Du fürs Leben kämpfen willst. Und den hast Du sonst immer ganz klar zum Ausdruck gebracht. Sie hat Dich noch kurz untersucht und dann alles vorbereitet um Dich über die Regenbogenbrücke zu schicken. Ich hab Dich dann an meinem Bauch genommen, so dass Du mein Herz hören konntest. Du hast nicht mal mehr ein Wegrennversuch gemacht. Es war klar, dass Du einfach müde warst und vielleicht sogar froh, dass wir Dir die Möglichkeit zum gehen schenkten. Ich streichelte Dich und die Tierärztin gab Dir in den Muskel ein Narkosemittel. Anscheinend ist die Gasnarkose zwar sanfter, aber Ihr Nagertierli mögt die gar nicht sonderlich, da ihr das Gefühl habt, Ihr würdet ersticken. Das wollten wir nicht, da Du ja nicht mehr aufwachen solltest und ein möglichst schmerzfreier Tod haben. Die Spritze hast Du wie immer in stoischer Ruhe über Dich ergehen lassen, hast nicht mal aufgemuckt. Marius und ich haben Dich dann solange gestreichelt, bis Du eingeschlafen warst. Dann hat die Tierärztin Dir die erlösende Spritze ins Herzli gegeben. Du bist ganz still und leise über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir durften noch bei Dir bleiben und die TA hat uns alleine gelassen und gesagt, wir dürften einfach gehen, wenn wir soweit wären. Mitnehmen wollten wir Dich nicht. Für mich war das dort nur noch eine Hülle, aber das warst nicht mehr Du. Deine Energie, Deine Seele, die ist vorausgegangen und wird immer in meiner Nähe sein. Bevor wir gingen hab ich noch ein Kleeblatt mit Blüte neben Dich gelegt und ein Füsschen drüber gelegt. Dich mit dem Tuch zugedeckt. Nur für mich und meine Seele - Du hast es von der Regenbogenbrücke aus wohl beobachtet und geschmunzelt.

Das letzte Bild, bevor wir zum Tierarzt fuhren:

Quincys abschied

Dein Schnäutzchen wird uns immer in Erinnerung bleiben

Quincys Schnäutzchen

Es gäbe noch soviel zu erzählen. Du wirst immer in meinem Herzen einen Platz haben und ich werde Dich nie vergessen. Quincy ich hoffe, dass wir das Richtige getan haben und Du im Regenbogenland viele Freunde findest. Mondamin von Nicole ist sicher nur wenige Schritte vor Dir auf der Brücke. Grüss ihn von uns!

Hab Dank Dich lieb gehabt zu haben!

Quincy im Grass Quincy im Grass Quincy Portrait